Neugestaltung des Beethovenplatzes Saarbrücken - Für eine klimaresiliente und lebenswerte Innenstadt
Der Beethovenplatz in Saarbrücken ist derzeit hauptsächlich ein großflächiger, versiegelter Parkplatz, der von Q-Park bewirtschaftet wird. In seiner jetzigen Form steht er symbolisch für eine veraltete städtebauliche Prioritätensetzung, die dem motorisierten Individualverkehr Vorrang vor Lebensqualität, Aufenthaltsqualität und Klimaresilienz einräumt. Der laufende Pachtvertrag mit Q-Park endet Ende 2028, wodurch eine umfassende Neugestaltung möglich wird.
Die angrenzenden Viertel – insbesondere das Nauwieser und das Mühlenviertel – leiden unter einem Mangel an Erholungsflächen und Kühlinseln. Gleichzeitig befinden sich im Umkreis von 700 Metern mehr als 6.500 weitere Stellplätze, was den Parkplatz am Beethovenplatz aus verkehrlicher Sicht verzichtbar macht.
Der laufende Pachtvertrag mit Q-Park endet Ende 2028. Dies eröffnet das notwendige Zeitfenster, um jetzt die Weichen für eine zukunftsfähige Neugestaltung zu stellen.
Unsere Vision: Eine grüne Oase für Menschen
Unsere Forderungen für einen zukunftsfähigen Beethovenplatz
Wir fordern folgende Rahmenbedingungen für die
Neugestaltung:
- Konsequente Entsiegelung und Begrünung: Der Platz muss großflächig entsiegelt und in eine „grüne Lunge“ der Innenstadt verwandelt werden. Die Umgestaltung muss nach den Prinzipien der Schwammstadt erfolgen, damit Regenwasser gesammelt werden, versickern und verdunsten kann. Dies kühlt das Stadtklima und entlastet die Kanalisation.
- Bäume schützen und ergänzen: Der vorhandene Baumbestand ist soweit wie möglich zu erhalten. Er muss durch zusätzliche, klimaresiliente Arten ergänzt werden. Unvermeidbare Eingriffe müssen durch qualitativ hochwertigen Ersatz vor Ort kompensiert werden.
- Ganzheitliche Planung: Die Neugestaltung muss über den eigentlichen Parkplatz hinausgehen und die umgebenden Straßen sowie angrenzende Gebäude mitdenken. Sensible Bereiche wie der Platz vor der Synagoge müssen dabei würdevoll integriert werden.
- Aufenthaltsqualität für Fußgänger:Wir fordern einen vom motorisierten Individualverkehr befreiten Beethovenplatz. Angrenzende Straßen inklusive der Dudweiler Straße müssen soweit möglich verkehrsberuhigt werden, um die Aufenthaltsqualität des gesamten Areals zu heben. Notwendig sind lediglich
klar definierte Zonen am Rand des Platzes für barrierefreies Parken, Lieferverkehr sowie ausreichend Fahrradabstellanlagen.
- Vielfältige Nutzung: Der neue Beethovenplatz soll multifunktional gestaltet werden. Zu den möglichen Nutzungen könnten beispielsweise Erholungs- und Ruhezonen mit vielfältigen Sitzgelegenheiten gehören, Klein-Urwälder, Wasserflächen zur Verbesserung des Mikroklimas, Spielbereiche für verschiedene Altersgruppen, flexible Flächen für
kulturelle Veranstaltungen und Märkte, sowie gastronomische Angebote zum Verweilen. Die Ausgestaltung des Platzes soll einen ganzjährigen Aufenthalt und eine ganzjährige Nutzung ermöglichen.
- Barrierefreiheit: Der Platz muss für alle Menschen zugänglich und nutzbar sein. Dies umfasst barrierefreie Wege, geeignete Bodenbeläge, Sitzgelegenheiten in verschiedenen Höhen und eine gute Beleuchtung für eine sichere Nutzung rund um die Uhr.