Zuständigkeitsgerangel auf dem Rücken der Tiere beenden

Zuständigkeitsgerangel auf dem Rücken der Tiere beenden

Die Grüne Fraktion in der Regionalversammlung Saarbrücken zeigt sich besorgt über den Aufnahmestopp des Bertha-Bruch-Tierheims ab dem 1. Januar 2026 und kritisiert das jahrelange Zuständigkeitsgerangel zwischen Regionalverband, Kommunen und Tierheim als „unverantwortlich“. „Es kann nicht sein, dass die Verantwortung für den Tierschutz zwischen Behörden hin- und hergeschoben wird, während Tiere und engagierte Mitarbeiter:innen die Konsequenzen tragen“, erklärt Anne Lahoda, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Regionalverband. „Hier braucht es jetzt eine unbürokratische Lösung – nicht erst in drei Monaten, sondern sofort.“

Hintergrund ist das Auslaufen des Tierbetreuungsvertrags zwischen dem Regionalverband, den Kommunen und dem Bertha-Bruch-Tierheim zum 31. Dezember 2025. Trotz monatelanger Verhandlungen konnte keine Einigung über eine Anschlussfinanzierung erzielt werden. Das Tierheim, das jährlich Hunderte Fundtiere versorgt, sieht sich aufgrund steigender Kosten für Personal, Tierarztbehandlungen und Energie sowie rückläufiger Spenden nicht mehr in der Lage, die Lücke zu schließen. „Die Kommunen sind gesetzlich für die Unterbringung von Fundtieren verantwortlich – doch statt Lösungen zu finden, wurde verhandelt, bis die Zeit davonlief“, so Lahoda. Besonders kritisch sei, dass der Regionalverband zwar eine Übergangslösung bis März 2026 angeboten habe, diese jedoch vom Tierheim als unzureichend abgelehnt werden musste. „Das zeigt: Hier wurde viel zu lange gewartet. Jetzt steht das Tierheim vor dem Kollaps, und die Städte und Gemeinden sind nicht vorbereitet.“

Die Grüne Fraktion erinnert an die klaren Worte von Regionalverbandsdirektorin Lehberger vor der Wahl 2024, die die Arbeit des Tierheims als „hervorragend“ und „wichtig für den Tierschutz“ bezeichnete und eine „verstetigte finanzielle Lösung“ als ihr Anliegen benannte. „Diese Zusagen müssen jetzt eingelöst werden“, fordert Lahoda. „Es darf nicht sein, dass Ehrenamtliche und Mindestlohn-Beschäftigte die Last tragen, während Politik und Verwaltung sich in Kompetenzstreitigkeiten verlieren.“

Die Grünen schlagen vor, kurzfristig eine Notfallfinanzierung bereitzustellen, um den Aufnahmestopp zu beenden, und mittelfristig ein dauerhaftes Fördermodell zu entwickeln. „Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betont Lahoda. „Wir brauchen jetzt Solidarität statt Schuldzuschiebereien.“

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